bad wolf
Martins Blog

FuCamp Aftermath: FuCamp, BarCamp, eigene Session, Poken

Mai 25th, 2009 . by Martin

Das Barcamp

Als Barcamp-Neuling habe ich kaum Vergleichswerte (höchstens das IK Günne – das ist aber nicht ganz fair), vom Erlebnis her lässt sich allerdings wenig aussetzen. Organisation, Verpflegung, Inhalte, Stimmung – alles großartig.

Furtwangen ist nun keine Großstadt, aber das schien mir nur zuträglich zu sein. Der I-Bau der FH FuWa, der das Camp beherbergt hat, war großartig ausgestattet und von ein bisschen Grün umgeben, was beim Luftschnappen angenehm war. Das hat sicher zur offenen, entspannten und sehr  freundschaftlichen Athmosphäre beigetragen.

Der Studentenanteil war Gastgeberbedingt recht hoch, was ich als positiv empfunden habe. Bei den Sessions gab es eine angenehm große Auswahl.

P.S.: Zur Poken-Randerscheinung hab ich ganz unten noch was mit FuCamp-Bezug geschrieben.

Das BarCamp als Institution

Das Konzept BarCamp hat sicherlich vieles für sich. Es wird aber genau so sicher keine klassischen Kongresse oder Konferenzen ersetzen. Da haben beide Organisationsformen eigene Zwecke, die sich nicht auflösen werden. Was ich für relativ sicher halte, ist, dass der Begriff BarCamp in den Alltag übergehen wird, vermutlich sogar in breiteren Bevölkerungsschichten.

Und die Zukunft der Weiterbildung… naja. Da ist ganz sicher Potential, selbstorganisiert Austausch über Fachbereiche zu betreiben und auch mehr oder weniger gezielt zu Lernen. Das wird sicher nicht den Bedarf an Schulungen durch und für Fachleute und Gruppen ersetzen, in denen gezielt Wissen konstruiert und Defizite behoben werden sollen. BarCamps werden so schnell keine Weiterbildungsinstitutionen arbeitslos machen. Sie könnten aber von diesen gezielt genutzt werden und sollten entsprechend als Chance verstanden werden.

Überrascht hat mich auch, dass alles über Sponsoren finanziert wird und es wohl für Barcamps komplett üblich ist, das einem nur Reisekosten entstehen und man auch gleich noch ein kostenloses T-Shirt zum Barcamp bekommt. In diesem Fall war es die Hochschule, wodurch ich mir das noch halbwegs erklären kann – eine Finanzierung über Wirtschafts-Sponsoren stelle ich mir anstrengend vor.

Unsere Session: ID und eLearning

Lili und ich haben recht spontan noch eine Session geplant und gebaut. Wir wollten Erstens Instructional Design als Vorgehensweise vorstellen und Zweitens – durch etwas Zielgruppenantizipation bedingt – eLearning unter dem ID-Gesichtspunkt diskutieren.

Eine Rückmeldung war, dass die Session (zu) sehr theorielastig gewesen sei – das deckt sich mit meinem Eindruck, dass wir die Inhalte wohl nicht gut genug für Fachfremde aufbereitet haben. Andererseits haben wir (zurecht) erwartet, dass einige Fachleute in der Session sein würden, welche wohl davon mehr gehabt haben.

Die Session war allerdings sehr lehrreich für mich: Ich habe durch die Evaluation eine neue Idee, wie ich demnächst fachfremden Gruppen die ID-Praxis näher bringe. Vielleicht auf dem nächsten BarCamp…

Die Randerscheinung: Poken

Poken sind digitale Visitenkarten: kleine USB-Sticks mit einem einzigartigen Erkennungscode, den sie bei physikalischem Kontakt über eine Induktionsspule mit einem anderen Poken austauschen. Dem Erkennungscode ordnet man auf der Poken-Webseite beim ersten syncronisieren einem Account zu und erstellt eine oder mehrere Visitenkarten.
Vorteile: Kontaktdaten nach abgleichen mit der Webseite direkt digital verfügbar und als VCF-Datei exportierbar. Keine Visitenkarten mehr verlieren oder nichtmehr zuordnen können. Visitenkarte kann ALLE Arten von Kontaktdaten enthalten (IM, Web2.0), mehrere Visitenkarten pro Poken möglich. Loggt die Zeit der Begegnung mit und bietet so Kontext. Notizen können auf der Webseite den Kontakten zugeordnet werden. Kann ohne vorherige Einrichtung benutzt werden.

Nachteile: Man vertraut seine Kontaktdaten der Herstellerfirma an. Für manche Web2.0-Dienste muss zur Überprüfung der Identität das Passwort auf der Herstellerseite angegeben werden. 64 Speicherplätze – Poken meldet sich erst, wenn diese voll sind, nicht davor. Verarbeitung scheint nicht sehr wertig. Design ist nur für Leute mit Humor – Businessvariante bisher nur in Spezialfällen in Conference Badges integriert. Webseite braucht noch arbeit.

In FuWa gab es einige Leute mit Poken, die es oft wahllos benutzt haben – wer ein Poken hatte, wurde gepokt – Anlass zur Kontaktaufnahme hin oder her. Praktischer wäre es gewesen, hätte jeder eins gehabt – so hat sich der Kauf für mich nicht ganz gelohnt.

Ich würde ausdrücklich vorschlagen, dass bei BarCamps und Konferenzen Poken vom Veranstalter gestellt werden – ein T-Shirt ist auch cool, aber weniger funktional ;) Der hohe Preis von 15€ ist da sicherlich eine Hürde und hat mich auch sehr lange abgeschreckt. Hier kann eine Massenbestellung (mit Individualisierung je Konferenz/Barcamp?) vielleicht helfen.


Miranda IM – komplex, dafür nich kaputt

Februar 10th, 2009 . by Martin

Ich hab bisher wenig Hehl daraus gemacht, wie gut mir Pidgin (ehemals GAIM) gefällt, weil es mit wenig Konfiguration und in minimalistischem Design das tut, was ich von einem Multimessenger erwarte. Als Sahnehäubchen ists auchnoch Open Source und läuft auf so ziemlich jedem System (für Mac heißts Adium).

Nun braucht Pidgin aber regelmäßig Updates, weil die Anbieter gerne mal ihre Portokolle ändern, um Programme von Drittanbietern aus ICQ&Co. auszusperren. Die Qualität dieser Updates ist bei Pidgin in letzter Zeit gesunken und die häufigen Abstürze (vor allem in Verbindung mit IP-Wechsel und dem Jabber-Protokoll auf der Arbeit) haben mich auf die Suche nach einer Alternative geschickt.  (Anm.: Ich vermute, die Probleme betreffen hauptsächlich Pidgin für Windows, traditionell läufts stabiler unter Linux)

Trillian (nur Windows) habe ich lange abgedankt und seit ichs vor über vier Jahren für GAIM liegen lassen hab, hat sich kaum etwas getan. Nein Danke.

Digsby (nur Windows) ist der Liebling der Web2.0-Hipster, weil es als erster Twitter, Facebook und den ganzen blabla in einem Multimessenger eingebaut hat. Meiner Meinung nach nicht gut designt. Ist zudem nicht Open Source,  obwohl es auf Pidgins purple-Gerüst aufbaut. Das man einen Account für Digsby selbst anlegen muss, gibt dem Ganzen einen unangenehmen Beigeschmack. Insgesamt nicht mein Bier.

Was bleibt da noch?

Miranda. War für mich immer ein Mauerblümchen: Open Source, aber nur für Windows? Aha. Dafür bekommt mans kaum minimalistischer – wenn man will. Fluch und Segen von Miranda ist die komplette Modularisierung.  Alle Funktionen werden über Plugins geregelt: Kontaktliste, Nachrichtenfenster, History, Dateitransfer und Protokolle.

Das Optionsfenster ist dafür die Hölle: Je nach Pluginkonfiguration gibt es zum Teil mehr als eine Stelle für die gleiche Option und sich gegenseitig überschreibende Einstellungen. Die Optionen muss man auch erstmal finden. Ironischer Weise klingt das für mich viel mehr nach Linux als Pidgin, das wiederum ehr nach Mac klingt (sofern man das Aussehn etwas vernachlässigt).

Glücklicherweise brauche ich keine Skins, Glocken und Pfeifen und ein einziges Plugin außerhalb der Standartinstallation reicht mir: tabsrmm ersetzt das Standart-Nachrichtenfenster durch eins mit Tabs für mehrere Gespräche.

Fazit nach einer Woche Miranda: Hat ers erstmal so durchkonfiguriert wie ers braucht, ist meiner einer glücklich und zufrieden mit einem stabilen Multimessenger, dert tut was ich will – wie ichs will.

Zusatzdaten:

  • Protokolle die ich verwende: AIM, MSN, ICQ, Jabber
  • Miranda-Ordner: 5MB (inklusive Datenbank, Avatare, ein paar empfangenen Dateien!)
  • RAM-Footprint: 10MB (!)

Dropbox – Backup und kollaborativer Dateispeicher

Januar 22nd, 2009 . by Martin

Das ist nicht ganz neu für Techies, aber vielleicht entdecken manche Dinge etwas später – wie ich in diesem Fall.

Dropbox bietet 2GB Speicher im Internet für lau und 50GB für $99. Dazu ein kleines Syncronisationsprogramm (für Windows, Mac und Linux), welches einen Ordner auf dem lokalen PC mit dem Onlinespeicher syncronisiert. Einfach so.
Oder auch nicht: Sobald eine Datei geändert wird, speichert es die alte Version seperat ab. Gelöschte Dateien können wiederhergestellt werden.

Das Programm kann auf beliebig vielen Computern oder Betriebsystemen laufen. Dateien können auch über die Webseite abgerufen werden.

Das wäre allein schon sehr schick, aber es gibt noch ein Bonbon: Man kann Ordner in seiner Dropbox für kollaboratives Arbeiten freigeben. Für Projektarbeit ist das ein Segen: Alle Projektmitglieder können mit der aktuellen Version einer Datei arbeiten, sofern sie Internetzugang haben.

Fotos können in einem Fotoordner abgelegt werden und sind dann als Webgalerien zugänglich. Will man Dateien mit Personen teilen, die nicht bei Dropbox angemeldet sind,  schiebt oder kopiert man sie einfach in den Public-Ordner und schickt ihnen einen Link.

Nun sei jedem überlassen, wie vertrauliche Dateien er in einen passwortgeschützen Webspeicher lagern möchte,  verschlüsselte Verbindung  hin oder her. Aber als Kollaborations- und Backuplösung für Studiendokumente ist es ein Segen.


Worpress 2.7 – Instant updates!

Dezember 12th, 2008 . by Martin

Meine Lieblings-Bloggingsoftware merzt endlich ihre nervigste Macke aus: Wordpress 2.7 kann Updates per Klick im Adminbereich runterladen und selbstständig installieren. Keine Notwendigkeit mehr, jeden Monat die neue Softwareversion hochzuladen.

Außerdem ist der neue Adminbereich ziemlich sexy. Und praktisch. Und übersichtlicher.


Zu Besuch bei der Mozilla-Familie: Ein Browser-Überblick [Repost]

März 28th, 2008 . by Martin

Netscape legte mit der Veröffentlichung des Quellcodes des Navigator-Browsers den Grundstein für die Mozilla-Webbrowser, die heute beliebter denn je sind. Was ein Verzweiflungsakt gegen Microsofts Internet Explorer war, ist in diesem Sinne ein Erfolg geworden (nur Netscape hat nicht großartig daran verdient). Inzwischen gibt es die Mozilla-Browser in jeder Geschmacksrichtung: vom schlanken Puristen bis zur kompletten Suite, als MP3-Player und als aufgemotzen Social Browser. Diese Vier möchte ich hier kurz vorstellen.

Mozilla Firefox

Firefox ist derzeit wohl der beliebteste Browser (je nachdem, welcher Statistik man glauben mag – in meinem persönlichen Umfeld auf jeden Fall), der mit Geschwindigkeit, Sicherheit und Erweiterbarkeit punktet. Die Standart-Installation ist dem Internet Explorer bereits überlegen, mit Erweiterungen wie Adblock Plus, Greasemonkey und Sage wird die Nutzung des Internets aber gleich zu einer ganz anderen Erfahrung. Die Tugenden von Firefox wollen sich auch einige Ableger zueigen machen.

Mozilla Seamonkey

Seamonkeymacht da aber eine Ausnahme: Als Nachfolger des Netscape Navigators und der Mozilla Suite bietet Seamonkey Browser, eMail-Client, Chat und weitere Features in einem einzigen Programm. Leider ist die Standart-Oberfläche immernoch so hässlich wie der NN vor acht Jahren. Benutzer, die aber immer Browser und eMail-Client offen haben, sollen mit Seamonkey angeblich gegenüber Firefox und Thunderbird Ressourcen sparen können – leider fehlt hier die Möglichkeit zum direkten Vergleich, weil es keinen Firefox- oder Thunderbird-Import gibt. Angenehm aufgefallen ist die mögliche Palm-Syncronisierung mit dem eingebauten Adressbuch (habe ich aber nicht getestet). Insgesammt wohl für “Webworker” durchaus interessant.

Songbird

Songbird ist entgegen seinem eleganten Layout tatsächlich ein ganz bunter Vogel: Die Entwickler nutzen Mozillas Gecko-Engine um einen Musikbrowser aufzubauen, der Musik-bezogene Webdienste und Blogs unterstützt. Leider befindet er sich noch in einer frühen Entwicklungsphase und bietet im Moment nur für Entusiasten und Experimentierfreudige an. Sollte man aber durchaus im Auge behalten.

Flock

Was ich von Flock halten soll, weis ich noch nicht so recht. Flock hat sich “social browsing” auf die Fahnen geschrieben, was im Klartext heißt: Das vielbeschworene Web 2.0 mit vielen Erweiterungen in den Browser zu intengieren – ironisch, wenn man bedenkt, dass das Web doch extra möglichst Browser-Unabhängig funktionieren soll. Auch die Funktionen unter der gewöhnungsbedürftig durchgestylten Oberfläche lassen zweifeln: Wirklich nützlich ist Flock nur, wenn man Nutzer der unterstützten Webdienste ist. Wer selbst hostet, kann damit wenig anfangen. Zudem scheinen die bunten animierten Spielereien doch sehr viel Ressourcen zu benötigen – sehr unangenehm.

Der Trend geht wohl zum individuellen Browser: der Audiophile und Musikliebhaber wird mit Songbird das Internet besurfen, der Webworker neigt vielleicht zu Seamonkey, der obsessive Blogger nutzt möglicherweise Flock. Alle anderen basteln sich mit Firefox als Grundgerüst zusammen, was sie wollen. Erweiterungen unterstützen sowieso alle Varianten. Open Source ist toll, oder?