Miranda IM – komplex, dafür nich kaputt
Februar 10th, 2009 . by MartinIch hab bisher wenig Hehl daraus gemacht, wie gut mir Pidgin (ehemals GAIM) gefällt, weil es mit wenig Konfiguration und in minimalistischem Design das tut, was ich von einem Multimessenger erwarte. Als Sahnehäubchen ists auchnoch Open Source und läuft auf so ziemlich jedem System (für Mac heißts Adium).
Nun braucht Pidgin aber regelmäßig Updates, weil die Anbieter gerne mal ihre Portokolle ändern, um Programme von Drittanbietern aus ICQ&Co. auszusperren. Die Qualität dieser Updates ist bei Pidgin in letzter Zeit gesunken und die häufigen Abstürze (vor allem in Verbindung mit IP-Wechsel und dem Jabber-Protokoll auf der Arbeit) haben mich auf die Suche nach einer Alternative geschickt. (Anm.: Ich vermute, die Probleme betreffen hauptsächlich Pidgin für Windows, traditionell läufts stabiler unter Linux)
Trillian (nur Windows) habe ich lange abgedankt und seit ichs vor über vier Jahren für GAIM liegen lassen hab, hat sich kaum etwas getan. Nein Danke.
Digsby (nur Windows) ist der Liebling der Web2.0-Hipster, weil es als erster Twitter, Facebook und den ganzen blabla in einem Multimessenger eingebaut hat. Meiner Meinung nach nicht gut designt. Ist zudem nicht Open Source, obwohl es auf Pidgins purple-Gerüst aufbaut. Das man einen Account für Digsby selbst anlegen muss, gibt dem Ganzen einen unangenehmen Beigeschmack. Insgesamt nicht mein Bier.
Was bleibt da noch?
Miranda. War für mich immer ein Mauerblümchen: Open Source, aber nur für Windows? Aha. Dafür bekommt mans kaum minimalistischer – wenn man will. Fluch und Segen von Miranda ist die komplette Modularisierung. Alle Funktionen werden über Plugins geregelt: Kontaktliste, Nachrichtenfenster, History, Dateitransfer und Protokolle.
Das Optionsfenster ist dafür die Hölle: Je nach Pluginkonfiguration gibt es zum Teil mehr als eine Stelle für die gleiche Option und sich gegenseitig überschreibende Einstellungen. Die Optionen muss man auch erstmal finden. Ironischer Weise klingt das für mich viel mehr nach Linux als Pidgin, das wiederum ehr nach Mac klingt (sofern man das Aussehn etwas vernachlässigt).
Glücklicherweise brauche ich keine Skins, Glocken und Pfeifen und ein einziges Plugin außerhalb der Standartinstallation reicht mir: tabsrmm ersetzt das Standart-Nachrichtenfenster durch eins mit Tabs für mehrere Gespräche.
Fazit nach einer Woche Miranda: Hat ers erstmal so durchkonfiguriert wie ers braucht, ist meiner einer glücklich und zufrieden mit einem stabilen Multimessenger, dert tut was ich will – wie ichs will.
Zusatzdaten:
- Protokolle die ich verwende: AIM, MSN, ICQ, Jabber
- Miranda-Ordner: 5MB (inklusive Datenbank, Avatare, ein paar empfangenen Dateien!)
- RAM-Footprint: 10MB (!)